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Optimistische Aussichten
Märkische Allgemeine Zeitung vom 25.08.2009, von Rene Gaffron

Publikum feiert erneute Aufführung von Carl Gottlieb Reißigers Requiem d-Moll


BELZIG | Dem Jubel des „Sanctus“ und „Benedictus“ folgt schließlich die Botschaft „Ruhe, ewige gib ihnen Herr: Und Licht für immer leuchte ihnen.“ Mit seinem Requiem d-Moll hat CarlGottlieb Reißiger das Leben feiern wollen.

Melancholie oder gar Trauer ist also kaum aufgekommen, als Solisten, Orchester und David-Chor unter Leitung von Thea Labes jenes Werk am Sonntag nachmittag zur Aufführung gebracht haben – der vom Publikum entsprechend mit viel Beifall gewürdigte klassisch kirchliche Auftakt zur 46. Burgfestwoche.

Schon 2005 war das nach dem David-Oratorium bedeutendste geistliche Werk von Carl Gottlieb Reißiger zum kulturellen Höhepunkt in der Kur- und Kreisstadt zu Gehör gebracht worden. Seinerzeit zum ersten Mal außerhalb von Dresden, wo es der 1798 in Belzig geborene Komponist einst verfasst hatte und dann aber erst wieder entdecktwerden musste. Ihre Begeisterung dafür muss Thea Labes längst nicht mehr erklären. Um so mehr versprühte sie diese in gewohnter Weise Sakuth (Bass), Albrecht Sack (Tenor) und Frederike Holzhausen (Sopran) die Solisten integriert waren.

„Aus Reißigers Musik spricht die Gewissheit, dass über Tod und Gericht das strahlende Licht der Ewigkeit leuchtet“, hat die künstlerische Leiterin erklärt. Philipp Schuppan – als Mitarbeiter der evangelischen Gemeinde Belzig/Hoher Fläming quasi in der Gastgeberrolle – konnte unter dem Aspekt gar dem Antlitz des Gotteshauses noch Positives abgewinnen. Dabei fehlen doch im Moment die meisten schmucken Fenster der St.-Marien-Kirche, da sie restauriert werden sollen. Künstliches Licht als Ersatz, der Anblick der zwei Fenster in der Apsis und letztlich das hörbare Licht der Ewigkeit sollten jedoch Ersatz genug sein.




Konzert der Reißiger-Gesellschaft zum Auftakt der Burgfestwoche.
FOTO: DIRK FRÖHLICH