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MUSIK: Zweiter Reissiger kehrt heim
Inspirierender Brief aus Norwegen
BAD BELZIG - Bad Belzig bekommt einen zweiten Reissiger zurück. Friedrich August mit Vornamen und wie sein älterer Bruder Carl Gottlieb ein erfolgreicher Kirchenmusiker und Kapellmeister. Ebenso ein Sohn dieser Stadt und geboren in jenem Haus, in dem Thea Labes heute lebt und sich manchmal vorstellt, „wie sie hier alle herumgekrabbelt sind, die Reissigers.“
Dass man hierzulande seinen Namen und sein Werk nicht kennt, liegt daran, dass er in jungen Jahren nach Norwegen auswanderte, wo er derselben Kunst huldigte wie sein großer Bruder in Dresden. Beide pflegten einen intensiven musikalischen Austausch. „Im Gegensatz zu Carl Gottlieb gerieten Friedrich August und seine Werke aber nie in Vergessenheit und sind bis heute in Norwegen sehr beliebt“, weiß Thea Labes, die das Werk Carl Gottlieb Reissigers in Deutschland wiederbelebte. Und deshalb war sie zwar angenehm überrascht, aber nicht verwundert, als vor kurzem ein Brief aus Oslo im Briefkasten der Reissiger-Gesellschaft lag. Der Verfasser, übrigens auch ein gebürtiger Deutscher, stellte sich als Leiter des ältesten Oratorienchores Norwegens vor und erzählte, man habe ein seit 150 Jahren nicht mehr gespieltes Requiem Reissigers entdeckt und wolle es gern an der Geburtsstätte des Komponisten zur Aufführung bringen. Er schloss seinen Brief in der Hoffnung auf eine „aufmunternde Antwort“. Die bekam er postwendend. Und deshalb wird die Burgfestwoche in Bad Belzig im kommenden Jahr mit einem wohl noch nie gehörten Doppelkonzert mit Werken der beiden Reissiger-Brüder eröffnet. Es erklingen Friedrich Augusts Requiem und Carl Gottliebs „Missa Solemnis“.
Kerstin Henseke
Märkische Allgemeine Zeitung vom 16.08.2011
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